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Von Freitag bis Sonntag geht es in St. Pölten für Österreichs Fed-Cup-Damen
gegen unseren zukünftigen EU-Nachbarn Slowakei um den Aufstieg in das
Viertelfinale. Alle Hoffnungen ruhen wieder einmal auf Barbara Schett.
Nach dem Seuchenjahr 2003 mit 13 Erstrunden-Niederlagen befindet sich die
28-jährige Innsbruckerin auf dem Weg der Besserung. Im
SpoWo-Exklusivinterview erzählt Babsi, warum sie nur noch den Fed Cup in
diesem Jahr vor heimischem Publikum spielt.
SportWoche: Wie erklärst du dir die besseren Ergebnisse im heurigen Jahr?
Barbara Schett: Letztes Jahr war ich mit meinem damaligen Trainer Raul
Ranzinger nicht zufrieden. Eine Saison zum Vergessen, wörtlich ein Schas.
Mit Gerald Mandl hatte ich einen guten Saisonaufbau. Das Tennisspielen
macht mir jetzt einfach wieder mehr Spaß.
Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit ihm?
Sehr gut. Wir verstehen uns blind. Er erfüllt meine Erwartungen.
Was ist anders als in der ersten "Ära Mandl"?
Gar nichts, außer dass ich mich verändert habe. Ich lege mir selber
nicht so viel Druck auf und höre mehr auf mein Inneres. Zum Ausgleich
mache ich Yoga. Deswegen spiele ich aber nicht besser Tennis.
Der Fed Cup gegen die Slowakei steht vor der Tür. Du hast in den letzten
drei Jahren zweimal abgesagt, weil er nicht in deinen Turnierplan passte.
Welche Bedeutung hat er für dich?
Es ist wichtig für mich, Österreich zu vertreten und ich freu mich
drauf. Damals habe ich abgesagt, weil ich in die Top Ten zurück wollte.
Ich musste ein bisschen egoistisch sein.
Daniela Hantuchova spielt nicht in St. Pölten. Wie beurteilst du eure
Chancen?
Fifty-fifty. Ich kenne Ludmila Cervanova (Nr. 1) und Lubomira
Kurhajcova (Nr. 2) nicht, aber die können Tennis spielen. In Estoril
wollte ich mir ein Bild von beiden machen, doch ich war zur selben Zeit
angesetzt.
Wirst du, falls ihr gewinnt, dem Team auch im Juli zur Verfügung stehen?
Auf alle Fälle. Der Fed Cup ist fix eingeplant.
Du lässt heuer Wien und Linz sausen. Warum fühlst du dich in Österreich
nicht mehr wohl?
Ich will heuer etwas anderes spielen. Die Entscheidung ist von mir aus
gefallen. Bei den heimischen Turnieren habe ich mich letztes Jahr nicht
wohl gefühlt.
Warum?
Es ist schwierig, im eigenen Land gut zu spielen. Die Erwartungshaltung
der Leute ist sehr groß. Für mich sind auch die Verpflichtungen rund um
das Turnier zu viel (Interviewtermine etc. ). Ich möchte dem Turnier
helfen, aber schlussendlich habe nur ich den Schaden.
Wie sehr haben dich die Pfiffe der Zuschauer in Linz getroffen?
Sie haben nicht begriffen, dass ich ein emotionaler Mensch bin und eine
eigene Weise habe, am Platz zu kämpfen. Das anschließende Interview mit
Andreas Du-Rieux war nicht okay.
Ist Barbara Schett zu sensibel?
Ich bin durch die letzten Jahre ziemlich abgehärtet und habe eine dicke
Haut bekommen. Artikel und Berichte über mich lese ich nicht mehr. Den
Tennisteil lasse ich zur Gänze aus.
Wer sind deine Vertrauenspersonen?
Meine Familie, Coach Gerald Mandl, Konditrainer Gerald Breymann und
natürlich mein Freund Christopher Knörr.
Vom Playboy würdest du dich immer noch nicht ablichten lassen?
Nein. Ich habe zwar 2001 in Hamburg ein Angebot bekommen, aber es ist viel
interessanter, wenn man nicht alles sieht.
Thomas Muster ist seit letzten Dienstag offiziell neuer Davis-cup-Kapitän.
Kann er wieder einen Boom auslösen?
Na ja. Er ist kein aktiver Spieler mehr. Ob er durch den Daviscup eine
Lawine ins Rollen bringt, kann ich nicht sagen. Auf jeden Fall genießt er
in Österreich einen hohen Stellenwert. Die Spieler haben Respekt vor ihm.
Was sind deine nächsten Herausforderungen?
Ein großes Ziel ist Olympia im August in Athen. Ich würde gerne mit
Patricia Wartusch im Doppel antreten. Die Grand Slams sind natürlich auch
nicht außer Acht zu lassen.
Wie lange darf man dich noch auf der Tour bewundern?
Ich habe mir vorgenommen, dieses Jahr fertig zu spielen. Meine
Entscheidung fälle ich am Ende des Jahres. |