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Österreichs Tennis ist bei den French Open erstmals seit 1991 weder im Damen-
noch im Herren-Einzel in der dritten Runde vertreten:
Die als Nummer 16 gesetzte Barbara Schett musste sich am Donnerstag nach einer
schwachen Vorstellung der US-Amerikanerin Chanda Rubin nach insgesamt 2:17
Stunden mit 7:5,3:6,5:7 geschlagen geben.
Damit wird Die Tirolerin in der Weltrangliste an Boden verlieren, da sie im
Vorjahr hier im Achtelfinale gestanden war.
Vom Sextett, das in Paris im Hauptbewerb angetreten war, überstand niemand den
vierten Tag.
Schett klagt über Abbruch
Schett machte vor allem die Unterbrechung vom Vortag, - das Match hatte bei 3:4
im dritten Satz wegen Dunkelheit abgebrochen werden müssen -, für die
Niederlage verantwortlich.
"Ich habe mich irgendwie schon in der Früh unwohl gefühlt und war
irrsinnig nervös. Und wenn ich nervös bin, dann beweg ich mich schlecht und
kann auch keinen Druck ausüben", meinte die 26-jährige Tirolerin.
Sie
habe in der Nacht schlecht geschlafen und darüber nachgedacht, wie sie es nun
anlegen könnte.
Falsche Taktik von Schett
Warum sie gegen die kleine Rubin nicht mehr hohe Bälle gespielt hat?
"Manchmal hat man halt auch nicht so das Gefühl, um hohe Bälle spielen zu
können", sagte Schett.
Letztlich überließ sie Rubin zu oft das Kommando. Die Stärke der Amerikanerin
ist es, mit in Hüfthöhe gespielten Bällen Druck auszuüben und Schett tat
Rubin zu oft den Gefallen, die Bälle in diesen Bereich zu spielen.
"Die ersten zwei Sätze waren nicht gut, das gebe ich zu, doch der dritte
Satz war von beiden gut", verteidigte sich Schett.
Schett scheitert an ihren Nerven
Schett hatte es verabsäumt, bereits vorher eine Entscheidung herbeizuführen.
Nachdem sie den ersten Satz gewonnen hatte, bot sie im zweiten eine inferiore
Leistung und verlor gegen die ebenfalls nicht in Hochform agierende
Afro-Amerikanerin.
Im dritten Satz vergab Schett drei Breakbälle zum 3:0 und geriet ihrerseits mit
2:4 in Rückstand. Kurz vor Spielabbruch nahm Schett Rubin das Service zu Null
ab.
Doch der neue Tag brachte keine neue Schett, sondern eine nervösere. Ähnlich
wie Markus Hipfl, der im fünften Satz an Oleg Ogorodow gescheitert war, hat
Schett dieses Spiel mehr im Kopf verloren als auf Grund schwächeren Tennis.
Schett rutscht nun aus Top 25
Im Ranking wird die aktuelle Nummer 19 nach Paris auf jeden Fall aus den Top 25
rutschen. Ein Vergleich mit ihrer besten Zeit sei schwierig.
"Dass ich am Platz jetzt nie die Schnellste war, weiß eh jeder. Aber ich
bin nicht unfit. In dem Jahr, in dem ich unter den ersten Zehn war, da habe ich
gegen Leute gespielt, wenn ich mir das jetzt anschaue, das ist ein Wahnsinn. Es
sind heute ganz andere Namen da, ganz andere Spielarten."
Ein Top-Ten-Platz sei in der Gegenwart viel mehr wert als im Herbst 1999, als
Schett mit Platz sieben ihre bisher beste Platzierung inne hatte. "Es ist
sicher schwieriger als damals."
"Die bisherige Saison war nicht so schlecht"
Dennoch traut sich Schett dieses Kunststück noch einmal zu. "Ich darf halt
solche Matches wie heute nicht verlieren, nur weil ich nervös bin. Die Chanda
ist die erste Spielerin in diesem Jahr gegen die ich verloren habe, die hinter
mir ist. Darum kann ich auch nicht sagen, dass die bisherige Saison schlecht
war."
Die Tatsache, dass sie im Konditionsbereich einige Änderungen hinter sich hat,
habe keine Auswirkungen. Die Zusammenarbeit mit dem Team aus Rif hat sie nach
sechs Jahren beendet, weil sie einfach nicht mehr so arbeiten will.
"Wenn ich da eine Woche Pause hatte, bin ich zwei Mal täglich eineinhalb
Stunden laufen gegangen. Das hat mich im Kopf so ausgelaugt, dass kann ich jetzt
einfach nicht mehr. Das gebe ich ehrlich zu, da bin ich jetzt so weit, dass ich
jetzt anders trainieren muss als vor sechs Jahren."
Sie trainiere lieber zu hundert Prozent mit verringertem Aufwand als sich völlig
auszulaugen.
Schett klagt über zu wenig Nachwuchs
Schett, die in Paris noch im Doppel und Mixed antritt, sah die magere Bilanz für
Österreich zwar auch mit Enttäuschung, relativierte die Sichtweise so mancher
Beobachter aber.
"So wie es einmal war, die Zeit wird es nicht mehr geben. Vier Männer
unter den ersten 50 und acht Frauen unter den ersten 100: ich glaube nicht, dass
das noch einmal der Fall sein wird. So viel kommt ja auch derzeit nicht nach in
der Jugend in Österreich."
Schetts persönliches Ziel für den Rest der Saison: Wieder in die Top 20 zurückzukehren.
"Übernächste Woche spiele ich in Wien, da kann ich ja wieder
zuschlagen."
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