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Barbara Schett hatte den Einzug in die dritte
Runde der US Open in Flushing Meadows auf dem Schläger, doch ein Mal mehr
verjubelte sie eine klare Führung und schied aus.
Die 27-jährige Tirolerin zeigte am Mittwoch lange Zeit eine starke Leistung
gegen die Weltranglisten-16., Amanda Coetzer aus Südafrika, führte nach 83
Minuten mit 6:3,5:3 und musste sich nach 2:17 Stunden doch noch mit 6:3,5:7,2:6
geschlagen geben.
Es ist zum "Aus-der-Haut-fahren"
"Am liebsten hätte ich nach dem Match alle Schläger z'sammg'haut", ließ Schett
einen Blick in ihr Inneres zu.
"Immer, wenn ich voran liege, spiele ich ein bisserl weniger aggressiv. In dem
Jahr habe ich schon zehn solche Partien gehabt."
In der Tat war es auch für den Beobachter zum "Aus-der-Haut-fahren", noch dazu,
da auf Grund der bisherigen Jahresbilanz nicht unbedingt zu erwarten gewesen
war, dass Schett gegen die Nummer 16 der Welt derart dominiert.
Die Nerven ließen sie im Stich
Doch wie auch schon bei einigen anderen Großanlässen ließen die Innsbruckerin im
Finish erneut die Nerven im Stich. Als Coetzer von 3:5 auf 5:5 ausgeglichen
hatte, schoss Schett einen Ball aus dem Stadion.
Sie bekam dafür nicht nur ein "Warning", sondern es war praktisch auch schon
eine Vorentscheidung in diesem Match. "Im dritten Satz war ich dann diesmal auch
schon müde, muss ich zugeben."
Sie selbst erinnerte sich zurück, als sie gegen Arantxa Sanchez-Vicario im
Achtelfinale von Paris 2000 schon mit 6:0,4:1 geführt und doch noch verloren
hatte.
"Der Glaube an mich selbst fehlt mir"
"Der Glaube an mich selbst fehlt ein bisschen. Ich müsste wohl nur ein, zwei
solche Matches gewinnen und dann hätte ich viel mehr Selbstvertrauen", haderte
Schett mit sich.
In Sachen Mentaltraining will die frühere Weltranglisten-Siebente keine neuen
Wege mehr gehen, denn "ich habe schon so viele Mentaltrainer gehabt und es hat
mir auch nicht geholfen. Schuld bin ich selbst."
Die frühere Klassespielerin Lori McNeil, die derzeit Coetzer coacht, sei nach
dem Match zu ihr gekommen und habe ihr empfohlen, anders zu denken, wenn sie in
Führung liegt. "Sie hat gesagt, ich soll mir einreden, dass ich hinten bin."
"Ich werde es noch einmal versuchen"
Locker drauflosspielen kann sie hingegen oft nur, wenn sie wirklich zurück liegt.
Da wehrt sie auch einmal mehrere Breakbälle gegen sich mit Weltklassebällen ab.
Andererseits gibt ihr die Tatsache, dass sie gegen eine Top-20-Spielerin so
knapp am Sieg dran war, auch Mut, weiterzumachen: "Ich habe nie das Problem
gehabt, nicht zu wissen, dass ich mithalten kann. Darum will ich es auch noch
einmal versuchen."
Zunächst bei den Turnieren in Bali, Shanghai, Moskau, Filderstadt, Zürich und
Linz, wo sie teilweise auch in die Qualifikation wird müssen.
"Ich will wieder konsequenter arbeiten"
In den nächsten Monaten will sie einen neuen, österreichischen Coach
präsentieren, denn die Zusammenarbeit mit Raul Ranzinger und Janette Husarova
möchte sie beenden.
"Ich bin drauf gekommen, dass es doch nicht so toll ist, sich einen Trainer
teilen zu müssen. Schon eine Spielerin beansprucht sehr viel Zeit, wenn man es
hundertprozentig macht. Ich will wieder konsequenter arbeiten."
Wer der neue Mann wird, wollte sie noch nicht verraten. "Ich habe schon jemanden
im Visier und es hat auch schon Gespräche gegeben." Schett reiste übrigens noch
nicht ab, sondern bestritt am Donnerstag mit Patty Schnyder (SUI) das Doppel. |

Singles
1R beat Janette Husarova 7-6 7-5
2R lost Amanda Coetzer 6-3 5-7 2-6
Doubles with Schnyder
1R beat Pratt/Rittner
6-1 3-6 6-0
2R lost Huber/Maleeva 7-5 2-6 2-6
Articles
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