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Für Barbara Schett ist das mit 1,224 Mio.
Dollar dotierte Tennis-Turnier in Montreal ein Wendepunkt. Die 26-jährige
Tirolerin, die bisher auf eine eher durchwachsene Saison zurückblickt,
qualifizierte sich am Donnerstag mit einem überraschenden 6:4,6:4-Erfolg über
die Weltranglisten-Siebente und Nummer vier in Kanada, Kim Clijsters (BEL), für
das Viertelfinale. Schon vor dem Duell gegen die als Nummer acht gesetzte
Slowakin Daniela Hantuchova (heute um 19.00 Uhr MESZ) ließ sie doch einige
Erleichterung erkennen.
"Sicher ist das für mich eine Bestätigung, dass ich nicht falsch gearbeitet hab",
freute sich Schett, die gegen Clijsters ihren ersten Sieg über eine Top-Ten-Spielerin
seit dem Sensationserfolg gegen Venus Williams im Vorjahr in der French-Open-Auftaktrunde
gefeiert hatte. Und Schett war zuletzt auch medial keineswegs mit
Samthandschuhen angefasst worden. Das hat der Tirolerin wehgetan. "Die Presse
ist schon sehr negativ gewesen. Das war für mich nicht fein, das Ganze war sehr
ungerecht", meint Österreichs Nummer eins.
Private Enttäuschungen
Sie habe keine Kondition mehr, sie habe alles andere im Schädel,nur nicht das
Tennis - das alles sei ihr vorgeworfen worden. Natürlich sind die privaten
Enttäuschungen in diesem Jahr nicht spurlos an ihr vorbei gegangen. "Es kann
aber keiner von mir verlangen, dass ich keine Beziehung mehr führe. Aber ich bin
halt kein Mensch, der solche Dinge so leicht wegstecken kann. Und das ist doch
auch besser so, oder?"
Portion Selbstvertrauen
Jedenfalls kann sich Schett, die für ihre Natürlichkeit und Ehrlichkeit bekannt
ist, nun wieder sportlich nach oben orientieren. "Ich habe immer gewusst, es ist
alles nur eine Sache des Selbstvertrauens", weiß sie. Und der Zweitrundensieg
über die zuletzt so starke Los-Angeles-Siegerin Chanda Rubin, der sie in Paris
noch unterlegen war, hatte ihr diese nötige Portion Selbstvertrauen gegeben. "Es
war nur eine Frage der Zeit bis mir wieder der Knopf aufgeht und ich das Ganze
wieder umdreh'." Schließlich sei es im Training immer sehr gut gelaufen.
Hantuchova - Schett 2:0
Mit Selbstvertrauen spiele sie einfach völlig anders. "Ich gehe anders auf den
Platz, schlage viel zügiger, bewege mich ganz anders. Und ich weiß, wenn ich gut
spiele, dann bin ich irrsinnig gefährlich!" Das weiß auch ihre nächste Gegnerin
Hantuchova, gegen die Schett die beiden bisherigen Duelle aber verloren hat.
Allerdings hätte sie es beim 7:5,3:6,1:6 in Indian Wells im vergangenen März in
der Hand gehabt. "Da habe ich mit Satz und Break geführt. Doch was jetzt kommt,
ist nur eine Draufgabe."
Bei US Open wahrscheinlich gesetzt
Besonders erfreut ist Schett auch darüber, dass sie auf Grund der Punkte von
Montreal nun bei den US Open gesetzt sein dürfte. "Das müsste sich jetzt
ausgehen. Und ich möchte so schnell wie möglich wieder unter die Top 20, denn da
wo ich jetzt stehe, gehöre ich nicht hin." Derzeit liegt sie ja nur auf Rang 35.
Einziger Wermutstropfen: In New Haven, dem letzten Vorbereitungsturnier vor
Flushing Meadow, kann sie nächste Woche nicht spielen, weil der Cut-off für das
Turnier bei 23 (!) liegt. "Aber ich muss halt schauen, dass ich hier so weit wie
möglich komme."
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Singles
1R beat Marissa Irvin 1-6
6-3 6-4
2R beat Chanda Rubin 6-4 6-4
3R beat Kim Clijsters 6-4 6-4
QF lost Daniela Hantuchova
3-6 3-6
Doubles
with Kournikova
1R lost Fujiwara/Sugiyama 6-1 4-6
4-6
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