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ÖTV-Team gegen Belgien auch ohne Schett
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Österreichs Tennis-Damen müssen kommende Woche mit einer Rumpfmannschaft zum ohnehin sehr schweren Auswärts-Fed-Cup (Weltgruppe/1. Runde) nach Belgien reisen: Barbara Schett, derzeit noch bestplatzierte ÖTV-Spielerin, hat wegen schlechter Form ihre Teilnahme am Länderkampf in Bree (26./27.4.) abgesagt. Die 27-jährige Tirolerin, die zuletzt sieben Erstrunden-Niederlagen in Folge erlitten hat, fühle sich nicht gut genug für das Team. Schett will etwas Abstand vom Tennis gewinnen. Aus diesem Grund hat sie auch ihren geplanten Turnierstart in Warschau in der Woche nach dem Fed Cup abgesagt.

"Das ist natürlich sehr unangenehm, weil sie doch noch eine gewisse Hoffnungsträgerin war", meinte Fed-Cup-Kapitän Alfred Tesar gegenüber der APA. Vor allem dem eingespielten Doppel Schett/Patricia Wartusch hätte er eine Chance auf den Ehrenpunkt gegeben. Viel mehr wäre gegen die Belgierinnen aber auch mit Schett nicht möglich gewesen.

Belgien mit Clijsters und Henin
Unabhängig von der Besetzung des ÖTV-Teams sind die Gastgeberinnen mit der Weltranglisten-Zweiten Kim Clijsters sowie der -Vierten Justin Henin-Hardenne haushohe Favorits. Nach der verletzungsbedingten Absage von Barbara Schwartz muss Tesar nun aber auch noch auf Schett verzichten, womit er Aufstellungsprobleme hat. Neben Wartusch, Evelyn Fauth und Sybille Bammer sucht er nun eine vierte Spielerin. "Ich weiß derzeit wirklich nicht, was ich machen soll", gestand er Ratlosigkeit ein.

Keine Verstärkung in dieser Verfassung
Tesar nimmt die Entscheidung von Schett aber trotzdem ohne Groll zur Kenntnis: "Barbara wäre in dieser Verfassung vielleicht wirklich keine Verstärkung gewesen. Es bringt nicht viel, wenn eine Spielerin nicht mit Begeisterung und allem Einsatz für ihr Land kämpft. Ich wollte gestern ein Routinetelefonat mit ihr führen, sie hat aber erst heute zurückgerufen", berichtete Tesar.

Beendet Schett ihre Karriere?
Hinter der weiteren Karriere von Schett steht freilich ein großes Fragezeichen. Bereits in der Vorwoche hat sie ihre Teilnahme am Turnier in Amelia Island abgesagt. "Sie wird in der kommenden Woche in Innsbruck trainieren und neue Energie tanken", hatte ihr Manager Marc Habermann schon vergangenen Freitag erklärt. Zu einer aktuellen Stellungnahme war er wie Schett am Dienstag vorerst nicht erreichbar.

Situation ist sehr ernst
Für Tesar, der Schett schon aus deren Jugendtagen kennt, ist die Situation der Tirolerin schon als ernst einzustufen. "Sie muss jetzt eine Entscheidung treffen. Wenn man im Hauptfeld eines so großen Turniers wie Amelia Island steht und absagt, dann ist die Krise schon ernster. Sie ist aus den Top 50 gefallen und es wird dadurch ja auch nicht leichter. Aber ich hoffe für das österreichische Tennis, dass sie weitermacht."

Kein Wunder erwarten
Unabhängig von der weiteren Zukunft Schetts darf sich das Damenteam schon auf die Weltgruppen-Relegation einstellen. Ein zweites "Wunder" wie im Vorjahr gegen die USA, das letztlich nach einem 4:1-Heimsieg über Kroatien sogar zum Semifinale gegen Spanien (knappe 2:3-Niederlage) geführt hatte, darf man sich ohne Schett und Schwartz sicher nicht erwarten.

Babsi will gar nicht aufhören
Barbara Schett begründete Dienstagnachmittag ihre Entscheidung, nicht beim Fed Cup zu spielen. "Ich fühle mich einfach nicht gut genug. Ich brauche jetzt eine Pause, um zu mir selbst zu finden. Fed Cup möchte ich nur spielen, wenn ich 100 Prozent geben kann", sagte die Tirolerin im Gespräch mit der APA. Unkenrufe über ein eventuell abruptes Karriere-Ende dementiert sie aber bestimmt. "Das ist überhaupt keine Gefahr. So möchte ich doch gar nicht aufhören." Ihren nächsten Turniereinsatz hat Schett für Berlin (ab 5. Mai) geplant.

Probleme im mentalen Bereich
"Seid's froh, dass ich nicht dabei bin", kommentierte Schett ihre Fed-Cup-Absage ironisch. Es sei nicht das Tennis selbst, woran es hapere, sondern es liege im mentalen Bereich. "Tennismäßig ist alles in Ordnung bei mir, aber es ist das fehlende Selbstvertrauen momentan." Dass sie zuletzt einige Matches relativ knapp verloren hat, ist aus ihrer Sicht "alles eher eine Kopfgeschichte."

Abschied von Gerald Mandl ein Rückschlag
In der Ursachenforschung für ihre Krise spielt sicherlich auch der für sie unerwartete Abschied ihres Trainers Gerald Mandl zu Jahresbeginn eine Rolle. "Das war sicher ein Rückschlag für mich, damit hatte ich nicht gerechnet. Natürlich ist es nicht sehr leicht jemanden zu finden. Aber grundsätzlich suche ich die Fehler lieber bei mir", meinte Schett, die mit ihrer Trainingsgemeinschaft mit der Slowakin Janette Husarova und deren Coach Raul Ranzinger recht zufrieden ist. "Das passt total gut und macht auch viel Spaß. Wir haben viel gemeinsam trainiert."

Ein paar Tage Pause
Im Training laufe es ja auch sehr gut, nur das Umsetzen ins Match funktioniert nicht. Natürlich, bestätigt auch Schett, hat sich das Tennis sehr verändert, natürlich fühle sie sich nicht mehr wie 15. "Ich bin sicher ausgebrannter als am Anfang." Aber von einem Karriere-Ende kann (vorerst) keine Rede sein. Nach ein paar Tagen Pause wird sie mit Coach Raul Kondition trainieren und danach ist die Turnierserie Berlin, Rom, Madrid, die French Open und Wien geplant. Vor und nach Wimbledon plant sie schon ein paar kleinere Turniere einzustreuen, zu 10.000-er oder 25.000-er-Turnieren fährt sie "aber sicher nicht mehr".

Bei Relegation wieder dabei
Für das zu erwartende Fed-Cup-Relegationsmatch (19./20. Juli) gegen den Abstieg aus der Weltgruppe möchte Schett aus derzeitiger Sicht wieder zur Verfügung stehen. Kapitän Tesar wird zumindest das mit Freude hören.

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